Einführung in C
Dieses Kapitel gibt einen konzeptuellen Überblick über Programmierung und die Rolle der Programmiersprache C.
Es werden bewusst noch keine technischen Details behandelt.
1. Was ist Programmierung?
Definition.
Programmierung ist der Prozess, bei dem ein Mensch einer Maschine
eine präzise, formale Abfolge von Anweisungen gibt, um ein bestimmtes Problem zu lösen.
Ein Programm ist dabei keine „Idee“, sondern eine exakt beschriebene Handlungsanweisung.
Computer führen Programme deterministisch aus – sie interpretieren nichts.
Beispiel (abstrakt):
„Addiere zwei Zahlen, speichere das Ergebnis und gib es aus.“
Computer sind extrem schnell, aber vollständig ohne Verständnis.
Deshalb müssen Programme eindeutig, vollständig und widerspruchsfrei sein.
2. Was ist ein Programm?
Ein Programm ist eine endliche Folge von Anweisungen,
die von einem Computer ausgeführt werden können.
- Programme bestehen aus Text (Quellcode)
- Sie werden in einer Programmiersprache geschrieben
- Sie werden vom Computer übersetzt und ausgeführt
C ist eine Sprache, die sehr nahe an dieser maschinellen Ausführung arbeitet.
3. Was ist die Programmiersprache C?
C ist eine prozedurale, kompilierte Programmiersprache,
die einen direkten Zugriff auf Speicher und Hardware erlaubt.
C wurde so entworfen, dass Programme:
- sehr effizient ausgeführt werden
- vorhersagbares Verhalten haben
- direkt mit Hardware interagieren können
C abstrahiert den Computer nur minimal.
Der Programmierer trägt daher viel Verantwortung.
4. Wofür wird C verwendet?
C wird überall dort eingesetzt, wo Kontrolle, Effizienz und Nähe zur Hardware entscheidend sind.
- Betriebssysteme (z.B. UNIX, Linux-Kernel)
- Embedded Systems
- Treiber und Systemsoftware
- Compiler und Interpreter
- Leistungskritische Bibliotheken
Viele moderne Sprachen (C++, Java, Python) sind intern ganz oder teilweise in C implementiert.
5. Historischer Hintergrund
C wurde Anfang der 1970er Jahre von Dennis Ritchie bei Bell Labs entwickelt.
Ziel war es, ein Betriebssystem (UNIX) in einer portablen Hochsprache zu schreiben,
statt ausschließlich in Assembler.
Diese Entscheidung prägte die gesamte moderne Informatik.
6. Warum wird C an der Universität gelehrt?
- vermittelt ein tiefes Verständnis von Computern
- macht Speicher und Daten explizit sichtbar
- zwingt zu sauberem, präzisem Denken
- bildet Grundlage für viele weitere Sprachen
Wer C versteht, versteht, wie Programme auf Maschinenebene funktionieren.
7. Was C nicht ist
C ist keine moderne Komfortsprache.
- keine automatische Speicherverwaltung
- keine eingebaute Objektorientierung
- keine umfangreiche Standardbibliothek
Genau diese Einschränkungen machen C didaktisch wertvoll.
8. Aufbau dieses Kurses
Der Kurs führt schrittweise von grundlegenden Konzepten
zu immer tieferen Mechanismen der Sprache C.
- Datentypen und Variablen
- Ausdrücke und Kontrollstrukturen
- Funktionen und Modularisierung
- Arrays, Speicher und Zeiger
Ziel ist nicht nur „C zu benutzen“, sondern C zu verstehen.